Samstag, 4. Oktober 2008

Kompromisse

Sure 53: Der Stern
Sure 54: Der Mond

Mohammed hat in seinem Leben viele Höhen und Tiefen erlebt, das läßt ihn bei aller Verehrung, welche die Muslime seinem untadeligen Wesen entgegenbringen, trotzdem menschlich und erdverbunden erscheinen. Bitter für ihn war die Kritik seiner Anhänger nach dem Friedensschluß von Hudaibiya (628), einem Vorort von Mekka, wo Mohammed und seine Schar aus Medina kommend an einer friedlichen Pilgerfahrt zur Kaaba gehindert wurden. Zu kläglich erschienen den Mitstreitern damals die Vorteile des Vertrages im Vergleich zu seinen Nachteilen. Später erwies sich die Vereinbarung dann als klug und nützlich, die Erinnerung an den Mißmut der Nachfolger blieb aber offenbar tief in allen haften, die dabei gewesen waren.

Auch die "satanischen Verse", die in Sure 53 Vers 19 ursprünglich gestanden und eine freundliche, allerdings vom Satan eingeflüsterte Wertschätzung für arabische Stammesgöttinnen enthalten haben sollen (Das sind die erhabenen Kraniche. Auf ihre Fürbitte darf man hoffen.), gehören zu den Geschichten, in denen Mohammed als jemand dargestellt wird, der in seiner Mission auch gelegentlich Umwege gehen mußte, um zum Ziel zu gelangen.

Den Christen ist dies alles eher sympathisch, auch ihre Helden - Mose, David, Petrus, Paulus - sind Menschen mit bisweilen sehr krummen Lebenswegen. Einzig Jesus ist von dieser Betrachtung ausgeschlossen. Ihm z.B. eine Frau anzudichten oder ihm (wie es zu Lebzeiten offenbar geschehen ist) ein lockeres Verhältnis zum Alkohol nachzusagen, ist für einen Christen schwer zu ertragen.

Christen und Moslems sollten sich deshalb nicht gegenseitig damit quälen, den jeweils größten Vertreter ihres Glaubens auf der Erde klein zu machen. Diese Aufgabe kann man den Atheisten überlassen.

Kommentare:

Nureddin Öztas hat gesagt…

Lieber Herr Runkel,
die Dschinne sind keine Dämonen, es sind Dämonenartige Wesen unter den Dschinnen. Folgender Text soll das veranschaulichen:
Die besonderen Merkmale der Dschinn
Geschrieben von Fethullah Gülen
Mittwoch, 31 Mai 2006
Dschinn sind bewusste Wesen, denen Gott bestimmte Pflichten übertragen hat

Der Begriff Dschinn bedeutet wörtlich so viel wie ‚versteckt', ‚vor den Blicken verborgen'. Wie bereits erwähnt sind die Dschinn eine Gruppe oder eine Spezies von Wesen, die mit dem bloßen Auge genauso wenig wahrzunehmen sind wie mit Teleskopen oder Mikroskopen. Im Koran findet sich eine kurze Sure mit dem Namen ‚Dschinn', die uns davon berichtet, dass eine Schar von Dschinn den Worten des Propheten Muhammad zuhörten. Einige von ihnen schenkten seiner Botschaft Glauben, andere wiederum nicht.

Sprich: "Es wurde mir offenbart, dass eine Schar der Dschinn zuhörte und dann sagte: ‚Wahrlich, wir haben einen wunderbaren Qur'an gehört, der zur Rechtschaffenheit leitet; so haben wir an ihn geglaubt, und wir werden unserem Herrn nie jemanden zur Seite stellen. Und (wir haben gehört,) dass unser Herr - Erhaben ist Er - Sich weder Gattin noch Sohn genommen hat." ... Und manche unter uns sind solche, die rechtschaffen (handeln), und manche unter uns sind weit davon entfernt; wir sind Sekten, die verschiedene Wege gehen. (72:1-2, 11)

Diesen Worten entnehmen wir, dass die Dschinn ebenso wie die Menschen bewusste Wesen sind, die von Gott mit bestimmten Pflichten betraut wurden. Neue Entdeckungen in der Biologie haben enthüllt, dass Gott für jede Sphäre im Universum eigene Wesen erschaffen hat. Die Dschinn könnten erschaffen worden sein, als die Erde noch ein Himmelskörper war, der aus einer Art Feuer bestand. Sie waren die Vorgänger der Menschen in der Schöpfung und dafür verantwortlich, die Erde zu kultivieren und zu veredeln. Obwohl Gott die Dschinn später ihres Amtes enthob und durch die Menschen ersetzte, die fortan über die Erde herrschen sollten, befreite Er sie nicht von ihren religiösen Pflichten.

Dschinn sind aus rauchlosem Feuer erschaffen

Im Koran findet sich die Feststellung, die Dschinn seien aus rauchlosem Feuer erschaffen worden. Ein Koranvers erläutert, dass das Feuer, aus dem die Dschinn stammen, aus sengender Glut bestand. (15:27) Ob der Koran damit Energie oder etwas anderes (z.B. Röntgenstrahlen) meint, ist umstritten.

Dschinn sind ebenso wie Engel den Beschränkungen von Zeit und Raum nicht unterworfen

So wie die Engel gelangen auch die Dschinn extrem schnell von einem Ort zum anderen. Sie unterliegen nicht den Beschränkungen von Zeit und Raum, innerhalb derer wir uns normalerweise bewegen. Doch da der menschliche Geist aktiver und schneller als die Dschinn ist, kann ein Mensch, der auf einer Ebene des Geistes lebt, auf der man die Grenzen der Materie hinter sich lässt und die Fesseln von Raum und Zeit abstreift, die Dschinn in puncto Geschwindigkeit und Aktivität übertreffen. Ein Beispiel dafür aus dem Koran: Als der Prophet Salomo jene, die ihn umgaben, fragte, wer ihm wohl den Thron der Königin des Jemen bringen könne, antwortete ihm ein Mitglied der Dschinn, dass er dies schaffen würde, noch bevor das Treffen beendet sei, und erhob sich. Doch ein Mann, der mit einem besonderen Wissen um Gott ausgestattet war, erwiderte: Ich bringe ihn dir, bevor dein Blick zu dir zurückkehrt. (Siehe 27:38-40)

Verglichen mit uns Menschen können sowohl Dschinn als auch Engel die schwierigeren Aufgaben bewältigen

Es gibt nichts, was Gott, dem Allmächtigen, schwer fiele. Das ganze Universum erschafft Er mit der gleichen Leichtigkeit wie ein winziges Partikel. Er hat Menschen, Dschinn und Engel mit der nötigen Kraft und Stärke ausgestattet, die sie brauchen, um ihre Funktionen und Pflichten verrichten zu können. So wie Er sich der Engel bedient, um die Bewegungen der Himmelskörper zu überwachen, hat Er den Menschen erlaubt, über die Erde und die Materie zu herrschen, Zivilisationen aufzubauen und Technologien hervorzubringen.

Kraft und Stärke sind weder auf die physische Welt begrenzt, noch entsprechen sie der körperlichen Größe. Wir können beobachten, dass immaterielle Dinge viel kräftiger sind als riesige physische Körper. Ein Beispiel: Das Gedächtnis ist viel ausgedehnter und umfassender als ein großer Raum. Mit unseren Händen können wir ein sehr nahes Objekt berühren, unsere Augen aber sind in der Lage, schon in einem einzigen Augenblick weite Distanzen zurückzulegen. Und unsere Vorstellungskraft vermag es sogar, mit einem Mal Zeit und Raum hinter sich zu lassen. Winde können Bäume entwurzeln und Wolkenkratzer zerstören; und winzige Schösslinge einer Pflanze sind dazu fähig, Felsen zu spalten und sich den Weg ins Sonnenlicht zu bahnen. Die Kraft der Energie, deren Existenz wir aus der Wirkung, die sie produziert, ableiten können, ist uns wohl bekannt.

All dies beweist, dass die Kraft eines bestimmten Dings nicht von seiner physischen Struktur bestimmt wird. Eher verhält es sich so, dass die immaterielle Welt die physische beherrscht und dass immaterielle Einheiten materiellen Einheiten weit überlegen sind.

Mit lieben Grüßen,

Nureddin Öztas

Nureddin Öztas hat gesagt…

Lieber Herr Runkel,
zu den angeblichen "satanischen Versen" wurde vieles gesagt und theologisch-wissenschaftlich widerlegt. Man weiss, daß die ersten die mit diesem Thema kamen die Götzenanbeter in Mekka waren und dann weiss man auch warum. Seitdem versuchen alle, die den Koran in Verruf bringen wollen mit dieser Lüge. Eine Lüge wird nicht wahrer, wenn man sie wiederholt. Es ist definitiv ein Panflet wie der "Heilige Krieg", eine faire Ablehnung des Koran wäre ehrlicher. Der renommierte Hochschullehrer und Koranwissenschaftler Prof. Suat Yildirim, schreibt darüber, welche Motivation dahintersteht. Gerne kann ich seine Analyse ind Deutsche übersetzen, wenn gewünscht. Für unsere Zeit die durch den Dialog zu einer Einigung in Grundwerten führen soll, sind solche Panflets sicher hinderlich.

Mit lieben Grüßen,

Nureddin Öztas