Dienstag, 19. April 2011

Der Koran, europäisch gelesen






(I) Ein herausfordernder Text

Angelika Neuwirth hat sich das Ziel gesetzt, den Koran als das zu zeigen, was er von Beginn an für seine frühesten Leser war: ein literarisch herausragender und intellektuell herausfordernder Text (Seite 21). Was sie dazu auf 768 Buchseiten und weiteren fast 100 Seiten Anhang zusammenträgt, ist ein so vielfältiges und facettenreiches Werk, dass man die intellektuelle Herausforderung fast überall in ihm verspürt. Was Frau Neuwirth außerdem zu den speziellen literarischen Eigenschaften des Korans schreibt und durch schöne, lebendige Übersetzungen (meist begleitet von Transliterationen des arabischen Originals) belegt, erweckt auch bei dem Leser Bewunderung, der das Arabische nicht oder nur aus der Ferne kennt.

Dabei bricht sie, wie sie allerdings erst auf der letzten Seite gesteht, ein Tabu: sie wendet die historisch-kritische Methode der modernen Wissenschaft auf den Koran an. Man sieht aber bald: sie macht ihn eigentlich erst dadurch für einen der Aufklärung verpflichteten Leser in weiten Teilen zugänglich. Die Autorin erzählt im Verlauf des Buches eine aus vielen Details zusammengesetzte Geschichte der Entstehung des Korans. Dabei greift sie, hier ist das Tabu teilweise aufgehoben, auch auf historische Erkenntnisse zurück, die in der innerislamischen Forschung anerkannt sind.

Auch der Islam kennt die historische Kritik oder zumindest den Teil daraus, der sich mit der Forschung nach dem Sitz im Leben eines Abschnittes aus dem heiligen Buch der Muslime beschäftigt. Eine ganze Reihe von Suren bezieht sich auf historische Ereignisse, wie etwa den Schlacht bei Badr (Q 3:123), und sind ohne die in den erklärenden Hadithen bewahrten Erläuterungen gar nicht zu verstehen. Auch die Aufteilung der Suren nach ihrer Entstehung in Mekka oder Medina, den Suren im Koran jeweils in ihrem Titel vorangestellt, gibt einen gewissen zeitlichen Rahmen vor.

Frau Neuwirth erweitert diesen Rahmen und benennt eine Vielzahl von Themen, welche in der jeweiligen Entstehungsperiode der jungen muslimischen Gemeinde auf der Tagesordnung standen und im Koran verhandelt wurden, wie sie das nennt. Auch gegen eine solche Betrachtungsweise wird es innerislamisch kaum Einwände geben, denn das Ringen des Propheten mit widerspenstigen Zuhörern, welche die meisten dieser Themen jeweils ganz anders verhandelt haben wollten, ist im Koran immer wieder geschildert.

Eine wichtige, und sicherlich kaum bestreitbare These von Frau Neuwirth ist, dass der Koran nicht aus einem ungeschichtlichen Nichts, sozusagen im leeren Raum der arabischen Wüste entstanden ist. Zwar haben die Muslime selbst den Begriff der djahiliya (Seite 208), der Unwissenheit vor dem Auftreten des Propheten, aber Frau Neuwirth legt recht überzeugend dar, dass vieles aus dieser Vorzeit, besonders das in Medina vorgefundene jüdische und christliche Erbe ein Vorwissen war, das nach entsprechenden Verhandlungen in veränderter Form Eingang in den Koran gefunden hat.

Auch für dieses Ringen mit dem Erbe aus Altem und Neuem Testament gibt es Belege im Koran selbst, wie etwa dem Hinweis auf eine Periode in Medina, in der die neue Gemeinde angehalten wurde, in Richtung Jerusalem zu beten.

Der Koran bewegt sich in sich selbst und hat bei Frau Neuwirth eine eigene Entstehungsgeschichte, an deren Ende erst das komplette, heilige Buch der Muslime steht als ein fait accompli, Hauptwort der Autorin für das, was sie mit ihren Untersuchungen immer wieder aufbrechen will.


(II) Göttliches Urwort, menschliche Rede

Die Vorstellung eines im Himmel verwahrten ewigen Buches, aus dem für die Menschen Offenbarung gewonnen wird, hat in der Zeit vor Mohammed in einer in der spätantiken Welt wohl überall bekannten Form vorgelegen: dem Jubiläenbuch der jüdischen Tradition (aus dem zweiten vorchristlichen Jahrhundert). Die muslimische Tradition nimmt den Gedanken dieses ewigen Buches mit der Geschichte der Welt darin auf, hebt aber jetzt als Besonderheit hervor, dass diese jetzt neu durch den Koran erschlossene himmlische Schrift nun eine bewahrte Tafel (Q 85:22) ist, die - anders als die zerstörten Tafeln mit den Zehn Geboten darauf - auf ewig unzerstörbar im Himmel aufbewahrt wird.

An dieser Stelle ist die christliche Vorstellung offenbar falsch, wonach der Koran beansprucht, eine vollkommen identische Kopie dieser Tafel zu sein. Auch der Koran macht sich Gedanken darüber, wie es zuging, dass das Wort Fleisch ward, wie es im christlichen Verständnis heißt. Dass es im Koran mehrfach heißt, er sei in klarer arabischer Rede verfasst, sieht Frau Neuwirth als einen Beleg für eine Transformation des heiligen Urtextes an.

Auch die Muslime haben eine Vorstellung davon, dass Gott in einer eigenen, überlegenen Welt wohnt, zu welcher der Mensch keinen Zugang hat. Entsprechend müssen auch für sie die Gedanken Gottes übersetzt werden, wenn der Mensch sie verstehen soll.

Wenn Gott nun in einem nicht ganz leicht verständlichen Prozess sein Wort als Herabsendung (tanzil) zu den Menschen kommen lässt, dann reagiert er durchaus auf die menschlichen Eigenarten, baut dabei aber darauf auf, dass der Mensch durch seinen Verstand in der Lage ist, die Zeichen (ayat) Gottes zu lesen. Eigenartigerweise werden die Verse der einzelnen Suren ebenfalls ayat genannt, ein ganz eigenes Wort für einen Vers, welches sich (ebenso wie das Wort Sure) nicht als Fachwort in der arabischen Dichtung findet.

Frau Neuwirth verwendet große Anstrengungen darauf, den Koran als eine Sammlung ganz eigener Wortschöpfungen zu verstehen. Das gelingt ihr besonders da immer sehr gut, wo sie ihn mit biblischen Texten vergleicht und über die Art und Weise spricht, wie eine Gemeinde, jüdisch, christlich oder muslimisch mit diesen Texten umgeht. Sehr weiterführend finde ich ihren Vergleich mit den Perikopen der Kirche. Sie sind besonders ausgesuchte, für den Gottesdienstvortrag ausgesonderte Schwerpunktstellen der Bibel, Ausschnitte aus einem längeren Text. Für Frau Neuwirth ist der Koran durchgängig Perikope, also in seiner Gesamtheit gottesdienstlicher Text, damit konzentrierter als die erzählerisch viel freiere und auch entsprechend längere Bibel.

Dazu gehört, dass die Autorin ein besonderes Augenmerk auf den Gebrauch des Korans als Vorlage für die täglichen Gebete richtet. Der Zyklus von fünf vom frühen Morgen bis zum späten Abend über den Tag verteilten Gebeten (mit Vorbildern in den Mönchsregeln der alten Kirche) ist jeweils begleitet von Koranzitaten, die der Betende zuvor auswendig gelernt hat. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass die Tradition des vollständigen Auswendiglernens des Korans (die den Gläubigen zum Hafis macht) von Anfang an bezeugt ist, ja dass man wohl mit Fug und Recht sagen kann, der Koran sei lange Zeit ein von Mund zu Mund weiter gegebenes Vortragswerk, bevor er schriftlich kodifiziert wurde. Entsprechend wird das arabische Wort quran meist als Lesung oder Vortrag übersetzt. Das Wort Buch (kitab) beschreibt eher den im Himmel der Ideale vorliegenden Gottestext.

Es berührt eigenartig, dass der still über seiner Bibel sitzende und lesende Christ sowohl von seinem jüdischen als auch von seinem muslimischen Zeitgenossen ein wenig kritisch gesehen wird. Für beide ist ein äußerlich unbeteiligtes Studieren der heilige Texte nicht denkbar, der Jude spricht sie beim Lesen zumindest leise aus und bewegt beständig seinen Oberkörper dabei, der Muslim kennt sie kaum anders als in der gesungenen Form, vielfach auswendig gesagt, meist begleitet von den vorgeschriebenen Gebetsbewegungen. Gottes Wort will nicht wie die Zeitung gelesen werden, es soll uns bewegen.


(III) Alte Vorlagen, neue Worte

Für Frau Neuwirth besteht kein Zweifel daran, dass Mohammed und seine Zuhörer Texte aus dem Alten und dem Neuen Testament gekannt haben, vermutlich in vorwiegend mündlicher Tradition. An einer zentralen Stelle hört sie sogar heraus, dass die altarabische geprägte Hochsprache des Korans ein wenig aus den geraden Bahnen ihrer korrekten Grammatik heraustritt, um die beschworene Einheit oder Einsheit Gottes auch an das jüdische Zentralwort, das Schma Jisrael (Höre Israel) anzubinden. Auch in diesem Wort (5. Mose 6,4) wird gesagt, dass Gott Einer und nur Einer ist - adonai ahad. Im Arabischen müßte hier allahu wahid stehen (S. 73) aber die entsprechende Stelle im Koran (Q 112:1) sagt ebenfalls allahu ahad und stellt eine sprachliche Gleichheit her, die dann umso schärfer mit den anderen, abweichenden Aussagen kontrastiert wird.

So wird aus dem Befehl zum Hören (schma), der dem auserwählten Volk erteilt wird, ein Befehl an den Propheten zum Sprechen (qul), und zwar zum Sprechen an die ganze Welt. Und natürlich ist die Botschaft geändert: er zeugt nicht und wird nicht gezeugt (Q 112:3), eine Passage, die an das altkirchliche gezeugt, nicht geschaffen des Glaubensbekenntnisses von Nicäa anklingt, aber natürlich das genaue Gegenteil sagt.

Ausführlich beschreibt Frau Neuwirth die Übernahme von Psalm 104 durch Sure 78. Auch hier hat nach ihrer Ansicht der Prophet einen seinen Zuhörern bekannten Text bewusst so verändert, dass ihnen die radikale Neuigkeit von Mohammeds Predigt unmittelbar vor Augen gestellt wird. Selbst aus der Sure 1, die als Die Einleitende im Koran prominent verzeichnet ist und sowohl von ihrer Form als auch von ihrem Inhalt her eigentlich keine Sure ist (so dass der Koran erst mit der Sure 2 richtig beginnt), liest Frau Neuwirth unmittelbar eine Ähnlichkeit zu den liturgischen Formen der Kirche. Für sie wird aus Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes die ebenfalls aus einem Dreiklang bestehende Eingangsformel der Sure 1 Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen.

Man muss nicht alle diese von Frau Neuwirth herausgearbeiteten Parallelen als richtig angesehen, um am Ende zusammen mit ihr den Gesamteindruck zu gewinnen, dass auch das letzte Buch der drei Religionen des Buches mit einer neuen gestalterischen Kraft in Erscheinung tritt, die in ihrem Ausdruckswillen und in ihrem Bestreben, etwas Neues und Eigenes zu gestalten, mit den anderen Büchern auf gleicher Höhe steht.

Frau Neuwirth schildert eine Reihe von Umdeutungen, die der Koran in zentralen theologischen Fragen vornimmt. Ich erwähne hier nur das neue Verständnis von Opfer. Es ist verwunderlich, dass trotz der zentralen Funktion des muslimischen Opferfestes, das an die in letzter Minute verhinderte Opferung Isaaks (oder Ismaels, der Koran lässt beide Lesarten zu) durch Abraham erinnert, das Opfer selbst von jeglichem Sühnegedanken entkleidet ist und lediglich zum Erweis des Gehorsams erbracht wird. Diese eher nüchternen Betrachtung eines Tieropfers setzt die große muslimische Freiheit von der Erbsünde voraus, welche sich aus dem im Islam als sehr viel weniger dramatisch angesehenen Weggang Adams aus dem Paradies begründen lässt. Es gibt für sie keine tragische Verstrickung in Sünde und Schuld, wie sie von den Juden und Christen gesehen wird. Entsprechend ist die Erinnerung an das Opfer Abrahams ein eher rationaler Vorgang, ein Vorbild für praktischen Gehorsam, mehr nicht.


(IV) Alte Fragen, neue Antworten

Gegen Ende des Buches lenkt Frau Neuwirth die Aufmerksamkeit auf die Poesie des Korans. Sie kann auf eine stark gewachsene Literatur zur Poesie der arabischen Welt vor Mohammed zurückgreifen, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten neu entstanden ist. Ein in dieser Dichtung häufig wiederkehrendes Motiv ist das Bild von der in Trümmern liegenden verlassenen Stadt und der damit verbundenen Melancholie. Wo sind sie hin, alle, die hier gelebt haben? Und wie überwindet der Betrachter dieser Vergänglichkeit seine Trauer, wie findet er zum Sinn des Lebens zurück?

Die alte arabische Dichtung fordert zur tatkräftigen Überwindung der Melancholie auf. Der traurige Betrachter soll zur bewohnten Siedlung seines Stammes zurückkehren und sich in mannhafter Weise den Kämpfen seiner Leute anschließen. Eigenartigerweise ist der Koran dieser Mannhaftigkeit gegenüber nicht unkritisch. Er geißelt an einigen Stellen die Prahlerei der vermeintlichen Helden und legt großen Wert darauf, seine eigene Sprache auf Distanz zur Sprache der Dichter zu halten, die solche Mannhaftigkeit in übertreibender Weise besingt.

Diese Distanz bringt allerdings ein neues Problem mit sich: der Koran soll eigentlich durch seine sprachliche Schönheit glänzen und muss sich also an den Dichtern messen lassen. Wenn später in einem klassischen Kommentar zum Koran rühmend gesagt wird, dass jeder Ausdruck an seinem Platz und im Einklang mit den anderen war (Seite 765), dann wird das Erlebnis einer nach dem Urteil der Zeitgenossen überwältigenden Rhetorik deutlich, welche in ihren Ohren den Koran ausgezeichnet hat.

Im neuntem Jahrhundert hat ein muslimischer Schriftsteller die bekannte Denkfigur niedergeschrieben, wonach Moses in einem Zeitalter der Zauberei von Gott mit der Fähigkeit ausgestattet wurde, selbst zu zaubern, während Jesus in einem Zeitalter der Heilkunst besondere Fähigkeiten als Wunderheiler hatte. In der Zeit Mohammeds habe es dann eine Blütezeit der Rhetorik gegeben, weshalb Gott ihm ermöglicht habe, den Koran sprachlich besonders schön auszugestalten.

Der Koran soll schon durch seine äußere Form bestechen. Aber er soll auch neue Deutungen geben, damit am Ende die Sinnfrage des melancholisch die Trümmer der Vergangenheit betrachtenden Beduinen aufgelöst werden kann in eine Antwort im Glauben und in der Zugehörigkeit zur muslimischen Gemeinde.

Was die Schönheit des Korans betrifft, so verweist Frau Neuwirth unter Anderem auf die Form der so genannten Klauseln. Sie sind Einschübe, Ausrufe, die in einen längeren Text eingefügt werden, um das Gewicht dieses Textes durch eine Dehnung für den Zuhörer noch deutlicher zu machen. Geprägt vom Koran gibt es auch in den Märchen von Tausendundeiner Nacht Passagen, welche diese koranische Technik der Klausel aufgreifen und perfektionieren. Eine dieser Stellen hat er deutsche Dichter Hugo von Hoffmannsthal in seiner Einleitung zu Tausendundeine Nacht wunderbar herausgehoben und damit indirekt auch der Poesie des Korans ein Denkmal gesetzt:

Da ist, um von tausend Seiten eine aufzuschlagen, in der Geschichte von Ali Schar und der treuen Zumurrud ein Augenblick, den ich nicht für irgendeine erhabene Stelle unserer ehrwürdigsten Bücher austauschen möchte. Und es ist fast nichts. Der Liebende will seine Geliebte befreien, die ein böser alter Geist gestohlen hat. Er hat das Haus ausgekundschaftet, er ist um Mitternacht unter dem Fenster, ein Zeichen ist verabredet, er soll es nur geben. Doch muss er noch eine kurze Fristen warten. Da überfällt ihn, so ungelegen als unwiderstehlich, als hätte das Geschick aus dem Dunkeln in lähmend angehaucht, ein bleierner Schlaf. "Doch da überfiel ihn die Schläfrigkeit", heißt es, "und er schlief ein - herrlich ist Er, der nimmer schläft!"




Kommentare:

Peter Oberschelp hat gesagt…

Als nicht im engeren Sinne Gläubiger müßte ich mich eigentlich denn frommen Büchern aus Äquidistanz unbefangen nähern können, kann aber eine spürbare Unlust, mich mit Koran und Islam näher zu befassen, nicht verhehlen. Der von Erich jüngst versandte Artikel zu Blumenbergs Matthäuspassion hat mir da die Augen über mich selbst geöffnet: Die Glaubenswelt ist mir nur in ihrer ästhetischen Getragenheit zugänglich, wobei die wortästhetischen Mittel nicht hinreichen. Die sind natürlich nicht geringzuschätzen, die Luthersprache hat aus der Bibel eine Feste Burg gemacht und an den poetischen Charakter des Koran will ich gerne glauben. Das Wort kann aber immer beim Wort genommen und in die Enge getrieben, jede Rede kann zerredet werden, man denke nur an den hinterhältigen Angriff auf die Glaubenswelt in Gestalt einer Bibel in gerechter Sprache. Demgegenüber betont Blumenberg die heilsame Unschärfe der Musik und, wie man wohl wird ergänzen dürfen, der Malerei. Einen Islam-Bach kenne ich nicht, ebenso wenig einen Islam-Grünewald, und es gibt sie wohl auch nicht. Für den fraglos Gläubigen segeln Islam und Christentum als Schiffe über das Meer der Zeiten, für den ästhetisch aufgeschlossenen Christen hat dieses Schiff die Bauweise eines Dreirumpfkatamarans, mit dem Wort als Mittel- und der Musik und der Malerei links und rechts als Seitenrumpf. Bei diesem Bautyp kann auch der Glaubensschwache frohgemut mitsegeln.

kAJA vs. OneInchPuncher hat gesagt…

Hallo Christian!
Mich würde interessieren, was für dich " ... ein der Aufklärung verpflichteten Leser" genau ist.
Da ich mich gerade Frage, ob es geht, dass auch ein Moslem sich so verstehen könnte.
Faical

Christian Runkel hat gesagt…

Faical, ich verstehe darunter eine Lesart, die ein heiliges Buch streng rational betrachtet, ohne Glauben vorauszusetzen. In der christlichen Tradition ist das die „historisch-kritische“ Lesart. Frau Neuwirth wendet diese „aufgeklärte“ Herangehensweise auch auf den Koran an, mit Erfolg. Sie hat hohen Respekt vor ihm, auch wenn sie Christin ist und rein wissenschaftlich arbeitet.

Anonym hat gesagt…

Sehr interessanter Blog. Ich werde mir mal Zeit nehmen, die einzelnen Beiträge zu lesen.

Christian Runkel hat gesagt…

Vielen Dank, Serdar!

Anonym hat gesagt…

Hg.: Angelika Neuwirth
Der Koran - Handkommentar mit Übersetzung von Angelika Neuwirth. Bd. 1: Poetische Prophetie. Frühmekkanische Suren

http://www.suhrkamp.de/buecher/der_koran-_70034.html